| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 22. OKtober 2025 KV Dresden |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6. Politische Anträge |
| Status: | Beschluss (22.10.2025) |
| Beschluss durch: | Maxim Andreev, Alexandra Koroleva, Jacob Riedel, Moritz Knobel |
| Beschlossen am: | 22.10.2025 |
| Angelegt: | 19.10.2025, 15:16 |
Dresdens grüne Lungen: mehr Schutz und Pflege
Beschlusstext
Der Klimawandel wird Dresden, insbesondere durch längere Dürreperioden mit
Starkregen-Unterbrechungen, hart treffen. Nicht nur wird die Pflege von
bestehenden Bäumen im Stadtgebiet aufwendiger und teurer, gleichzeitig steigt
die Notwendigkeit für weitere Baumpflanzungen im Stadtgebiet für Verschattung
und kühlere Aufenthaltsmöglichkeiten in Hitzetagen. Zudem stellt der Klimawandel
die Artenauswahl und Pflege von Stadtbäumen und -grün vor neue
Herausforderungen.
Eine Bündelung des Gehölzschutzes in Dresden ist angesichts der neuen
Herausforderungen des Klimawandels, zur Effizienzsteigerung, zur Vermeidung von
Zuständigkeitslücken sowie zur Kostensenkung notwendig. Die Bündelung aller
Leistungen in einer zentralen Stelle kann auch zur Haushaltskonsolidierung
beitragen.
Allen Menschen muss Stadtgrün unabhängig von Wohnort und ökonomischen
Möglichkeiten zugänglich sein. Besonders in der Innenstadt und in dicht bebauten
Wohngebieten fehlt an Hitzetagen ausgleichendes Grün – hier muss Dresden
nachsteuern.
Die Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dresden fordert die Grüne
Stadtratsfraktion auf, sich für folgende Maßnahmen einzusetzen:
Erhöhung der konsumtiven Mittel für Baumpflege inkl. Sach- und
Personalmittel, um Folgekosten in Zukunft zu minimieren.
Anpassung der investiven Mittel für Baumpflanzung an die steigenden
Aufwendungen durch den Klimawandel.
Einsatz für den Beschluss einer Begrünungssatzung sowie den Erhalt der
Gehölzschutzsatzung.
Zusammenführung der Eigentümerfunktionen der Stadtbäume und -gehölze im
Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft (ASA) zur Effizienzsteigerung und
Bürokratieabbau
Überführung und Betreuung aller städtischen und in den Eigenbetrieben
angesiedelten Gehölzer in die Eigentümerfunktion der Stadt Dresden.
Zentralisierung stadteigener Baumkontrollen im ASA und einheitliche
Standards für alle städtischen Grünflächen.
Anpassung der Finanz- und Personalausstattung des ASA an den seit 2015
entstandenen Zuwachs von rund 150 ha Grün- und Gehölzflächen, um private
Verluste zu auszugleichen.
Für alle Baustellen der Stadt und ihre Unternehmen mit Gehölzbestand ist
eine verantwortliche Person (Baumschutzbeauftragte*r) zu benennen, die die
Einhaltung der Baumschutzauflagen überwacht und als Ansprechpartner*in für
das ASA fungiert.
Einrichtung einer Gehölzschutzbehörde im Umweltamt zur Beratung und
Auseinandersetzung mit Gehölz auf städtischem Gebiet im Eigentum von
Dritten
Durchsetzung der Gehölzschutzsatzung und gemeinsame Aufwertung von
Stadtgrün im Besitz von Dritten
Schaffung eines Beratungsangebots für Bürger*innen und Unternehmen rund um
Gehölzpflanzung-, -schutz und -pflege
Für alle privaten Baustellen mit Gehölzbestand ist eine verantwortliche
Person (Baumschutzbeauftragte*r) zu benennen, die die Einhaltung der
Baumschutzauflagen überwacht und als Ansprechpartner*in für die
Gehölzschutzbehörde fungiert.
Begründung
Dresden verfügt über eine solide rechtliche Grundlage für den Baumschutz. In der Praxis kommt es jedoch regelmäßig zu Schäden und Verlusten – insbesondere bei Bauvorhaben, durch unzureichende Pflege oder fehlendes Monitoring. Dresden hat in den vergangenen Jahren weitere, für das Stadtklima unerlässliche, Grünflächen hinzugewonnen. Die Personal- und Finanzausstattung muss an die größeren Bedarfe angepasst werden um zukünftig Folgekosten durch unzureichende Pflege und Monitoring stärker vorzubeugen.
Nach offiziellen Angaben der Stadtverwaltung werden jährlich mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt, auch bedingt durch den zunehmenden Klimawandelstress. Angesichts der Klimakrise ist eine vitale Grüne Infrastruktur, die allen Bürgerinnen und Bürgern – vor allem jenen mit geringem Einkommen – dient, kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, die ihren Preis hat.
Wir müssen daher entschieden in Stadtgrün und Gehölze investieren, um die urbane Klimaresilienz zu stärken und zugleich durch barrierefreie Gestaltung kühle, erholsame Räume für alle Schichten im gesamten Stadtgebiet zugänglich zu machen. Die Aufstockung der Investitions- und Betriebsmittel ist die logische Konsequenz dieses gesamtgesellschaftlichen Auftrags.
Mögliche ökologische und klimatische Funktionen lassen sich nicht kurzfristig ersetzen:
Bäume im jungem Alter benötigen Jahrzehnte, um denselben Umfang an Ökosystemleistungen zu erbringen wie ausgewachsene Bäume – darunter
Hitzeminderung in überhitzten Stadtquartieren,
Filterung von Feinstaub und Verbesserung der Luftqualität,
Regenwasserrückhalt und Hochwasserschutz,
Lebensraum für eine vielfältige Stadtfauna.
Daher ist der Erhalt bestehender Altbäume und die frühzeitige Neupflanzung von Jungbäumen ein zentraler Bestandteil der Klimaanpassungsstrategie um langfristig Hitzetagen zu begegnen und das Stadtklima zu verbessern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen
vermeiden Folgekosten, da präventiver Schutz günstiger ist als Ersatz (Neupflanzung eines Straßenbaums inkl. 5 Jahre Pflege: 4.700–5.900 €),
erhöhen die Lebensdauer und damit die Klimaschutz- und Lebensraumfunktion bestehender Bäume,
steigern die Akzeptanz von Bau- und Stadtentwicklungsprojekten,
ermöglichen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen durch Beratung eigenes Stadtgrün aufzuwerten und widerstandsfähig zu qualifizieren